Da ich zwischen Dezember und April einiges zu bloggen verpasst habe, habe ich beschlossen die Sache nun von hinten aufzurollen. Deshalb möchte ich euch heute über meinen kleinen Roadtrip berichten, den ich zwischen meinen längeren Aufenthalten in Whitianga und Wellington unternommen habe.
Am 4. März 2018 war offiziell mein allerletzter Tag in Whitianga. Der Abschied viel mir unendlich schwer und nachdem ich mich von meiner Gastfamilie und all meinen Freunden verabschiedet hatte, machten wir uns auf den Weg. Wir, das sind in diesem Fall Javier aus Spanien und ich. Da wir beide Whitianga am selben Wochenende verlassen wollten (mussten) und auch Javier in Richtung Wellington wollte, ergab es sich, dass wir zusammen auf einen einwöchigen Roadtrip quer durch die Nordinsel gingen. Javi war ebenfalls Schüler am COLC und obwohl wir uns nicht soo gut kannten, stürzten wir uns gemeinsam in Hector (das ist der Name meines Autos – doch wie Hector zu seinem Namen kam, ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden) ins Abenteuer.
Am ersten Tag (Sonntag) hatten wir nur eine relativ kurze Strecke von Whitianga nach Mount Maunganui vor uns. Auf der ca. zweieinhalbstündigen Fahrt unterhielten wir uns sehr gut. In Mt. Maunganui angekommen, suchten wir als erstes ein Hostel für die Nacht. Danach erkundeten wir zu Fuss die Stadt, wir waren uns dabei beide einig, dass die Stadt an sich nicht so viel hergab und der „Hausstrand“ übermässig touristig war. Nach dem Abendessen in einem thailändischen Restaurant, machten wir uns dann aber doch noch auf den Weg auf den Mt. Maunganui, denn wie der Ortsname schon verriet, war der an die Stadt angrenzende Berg das eigentliche Ziel jedes Besuchers. Bei dieser Gelegenheit machte ich dann auch die Erfahrung, das Javi sehr fit ist, denn um den Mt. Maunganui zu erklimmen, muss man sich ca. 50 Minuten lang unzählige Treppenstufen hinaufquälen und Javi rannte beinahe den Berg hinauf… Oben angekommen, wurden wir dann jedoch mit einem fantastischen Ausblick und wenig später von einem noch fantastischeren Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Morgen standen wir schon in aller Frühe auf denn das Hostel war nicht allzu gut, oder respektive ein wenig zu laut, und viele der „Bewohner“ waren Langzeit-Gäste, die in der Stadt arbeiteten. Wir verliessen Mt. Maunganui und fuhren weiter nach Te Puke. Te Puke ist vor allem für seine Kiwifruchtplantagen bekannt und Javi wollte sehen, ob es dort allenfalls einen Job für ihn geben könnte. Nachdem wir den Jobmarkt und die Stadt selbst ausgekundschaftet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Waitomo. Unterwegs machten wir kurz an den Mclaren Falls Halt, was sich als ziemliche Zeitverschwendung herausstellte. Die Wasserfälle sehen auf den Bildern im Internet zwar ganz nett aus, aber in Wirklichkeit ist es mehr die Idee von einem Wasserfall. So ging es auch ganz schnell weiter. In Waitomo machten wir uns im Information Center über die berühmten Waitomo Caves schlau und buchten eine Führung um die berühmten Glühwürmchen darin zu sehen. Die Tour war – naja – ganz nett. Für mich war das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Führung definitiv nicht erfüllt, zumal wir im Bereich wo man die Glühwürmchen sehen kann, nicht mehr als 15 Minuten verbrachten und die restlichen 45 Minuten in den Höhlen mit den anderen Touristen Schlange standen. Die Glühwürmchen an sich waren mega cool, und erinnern an einen Sternenhimmel, aber in Anbetracht dessen, dass man mit etwas Glück, bei einer Nachtwanderung durch den neuseeländischen Busch, auch Glühwürmchen sehen kann, ganz ohne etwas zu bezahlen, ist ca. 50 Dollar einfach zu viel.
Nach der Führung unternahmen wir einen kurzen Spaziergang über die Hügel von Waitomo, bevor wir hungrig wie wir waren, in einem nahen Restaurant eine Portion Spaghetti vertilgten. Das coole am Reisen mit Javi war, dass er extrem spontan war. So haben wir die ganze Woche über nichts im Voraus gebucht und immer von Tag zu Tag geschaut, wonach uns der Sinn gerade stand. So beschlossen wir zum Beispiel am frühen Nachmittag, dass wir gegen Abend zum Tongariro National Park fahren würden und am nächsten Tag den berühmten Tongariro Crossing machen würden. Bevor wir aber losfuhren, wollten wir noch die Umgebung von Waitomo etwas genauer erkunden. So entdeckten wir zum Beispiel die Marokopo Falls und Mangapohue Natural Bridge, welche beide ziemlich eindrücklich waren.
Anschliessend fuhren wir los in Richtung Tongariro National Park und weil es inzwischen doch schon ziemlich spät war, suchte ich im Auto schnell nach einigen Hostels und sicherte uns einen Platz für die Nacht. In einem nahen Supermarkt versorgten wir uns noch mit Proviant, der vorwiegend aus Baumnüssen, Toast, Tomaten und Tunfisch bestand ein, denn am nächsten Morgen würde es früh losgehen.
Um 6 Uhr klingelte dann auch schon wieder der Wecker und nachdem wir unsere Sandwichs zubereitet und gefrühstückt hatten, buchten wir um 6.55 Uhr den Shuttle der um 7.00 Uhr startete und uns zum Startpunkt des Tongariro Crossings brachte. Es war noch früh genug, dass wir den Sonnenaufgang sehen konnten, und doch waren, als wir den Startpunkt erreichten schon jede Menge anderer Busse und Autos dort. Der zweite eher negative Punkt war, dass der Gipfel des Mount Tongariro in den Wolken steckte. Dies ist zwar laut Reiseführer nichts ungewöhnliches, da sich die Wolken oft um den Gipfel sammeln, dennoch waren wir ein bisschen enttäuscht. Natürlich machten wir uns trotzdem auf den Weg. Wieder zeigte sich, dass Javier ziemlich fit war, zudem war er auch ziemlich ehrgeizig. Am Startpunkt wies uns ein Schild den Weg, das besagte, dass man für den Tongariro Crossing zwischen 6.5 und 8 Stunden einrechnen sollte. Javi jedoch wollte, wie es schien, einen neuen Rekord hinlegen, denn er marschierte extrem schnell. In der ersten Stunde war noch alles mehr oder weniger flach, danach jedoch kam der grosse Aufstieg. Treppen, Treppen und noch mehr Treppen, zwar ist es wahrscheinlich besser, dass man Stufen hat um den Berg hochzulaufen, auf der anderen Seite verfluchte ich nach einer Weile die vielen Stufen und ich musste Javi schon bald um eine Pause bitten – die er mir gnädigerweise auch gönnte. 😛 Nach ca. eineinhalb Stunden hatten wir den Gipfel dann aber doch erreicht und schon ein bisschen stolz auf uns genossen wir nicht nur den Ausblick aber auch unser Picknick. Der Abstieg auf der anderen Seite war dann schon schwerer. Es war extrem viel Geröll und man rutschte mehr den Berg hinunter, als dass man wanderte. Bald darauf wurde es aber einfacher und der Rest der Wanderung war ziemlich einfach, auch wenn es sich gegen Ende hin ziemlich zog.
Als wir die knapp 20 km in gut 6 Stunden erfolgreich hinter uns gebracht hatten, waren wir beide gleichermassen müde aber glücklich. Wir sattelten Hector und ritten nach Taupo – oder so. In Taupo brauchten wir zuerst einmal eine heisse Dusche und eine kurze Pause, bevor wir uns auf Erkundungstour durch Taupo machten. Nach einem frühen Abendessen ging es zurück ins Hostel und ins Bett.
Am nächsten Morgen erwartete uns ein wolkiges und recht verregnetes Taupo. Wir versuchten uns nicht unterkriegen zu lassen und besichtigten die Huka Falls, die Craters of the Moon und einige kostenlose, heisse Quellen, in denen man baden konnte. Dies war speziell lustig, denn wir wanderten durch einen Park, eingehüllt in unsere Regenjacken, denn es regnete in Strömen und dann, als wir zum Fluss hinunterkamen, sahen wir auf einmal ca. 20 Leute in einer kleinen Einbuchtung des Flusses hocken und sich im warmen Wasser suhlen. Ich war nicht so überzeugt, dass ich mich wirklich zu ihnen gesellen wollte, aber Javi war kalt und so fanden wir uns 2 Minuten später im erstaunlich heissen Wasser wieder.
Nachdem wir uns genug entspannt hatten, beschlossen wir aber eine Pause im Hostel einzulegen, denn es regnete immer noch und es schien nicht so bald besser zu werden. Wir trauten uns erst am Abend wieder heraus, als wir einen Spaziergang am See entlang unternahmen. Zwar regnete es noch immer, aber dieses Mal liessen wir uns nicht unterkriegen. Nach einem Bier in einem Pub machten wir uns ein einfaches Abendessen im Hostel, bestehend aus – wie könnte es auch anders sein – Toast, Tomaten und Tunfisch.
An unserem zweiten vollen Tag in Taupo unternahmen wir einen weiteren extrem spontanen Trip. Wir hatten schon am Vortag überlegt auf dem See eine Kayaktour zu unternehmen. Diese Idee mussten wir dann aber wegen dem schlechten Wetter wieder verwerfen. Um 9.00 Uhr beim Frühstück, checkten wir das Wetter und sahen, dass es am Nachmittag nach einigen Stunden Sonnenschein wieder zu regnen beginnen sollte. Eine Kayaktour würde in 20 Minuten starten und das war, wie es aussah unsere einzige Chance. So packten wir in Windeseile unsere Sachen, checkten aus dem Hostel aus und fanden uns rekordverdächtige 15 Minuten später beim Veranstalter der Kayaktouren ein. Weitere 15 Minuten später waren wir mit Kayaks, Sicherheitswesten und Paddles ausgestattet und ready um uns auf den See zu wagen. Mit zwei weiteren Paaren und unserem Guide Adam paddelten wir drauf los. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatten Javi und ich schon bald den Dreh aus und paddelten im Sonnenschein. 40 Minuten später erreichten wir dann das Ziel der Tour ein in Stein gemeisseltes Maori-Carving Bild. Zwar ist das Bild nur knapp 40 Jahre alt und stammt von einem Künstler aus der Umgebung, es war aber trotzdem ein Ausflug wert. Auf dem Rückweg war das Wasser dann aber nicht mehr so ruhig wie zuvor und kurz darauf begann es dann doch noch zu regnen. Wir legten eine kurze Pause ein und genossen einen heissen Tee und einige Kekse und als sich der Regen etwas gelegt hatte, paddelten wir den letzten Rest zurück.
Etwas später trafen wir uns mit Marie. Marie, ist aus Belgien und sie war in Whitianga für drei Wochen meine Gastschwester. Es war super sie wiederzusehen, da sie schon seit einer Weile am Reisen war und wir sie eine Zeit lang nicht gesehen hatten. Wir verbrachten gute zwei Stunden in einem Café und erst als es uns wirklich zu kalt wurde verabschiedeten wir uns. Für Javier und mich hiess es – bye Taupo – denn wir hatten beschlossen an diesem Abend noch nach Napier zu fahren. Die Fahrt durch die Hügel wurde alles andere als angenehm, da wir direkt in den Nebel und Regen hineinfuhren, aber zum Glück stoppte der Regen, als wir in Napier ankamen. Von Napier hört man immer sehr viel Gutes, es soll eine hübsche, kleine Stadt sein. Leider war unser Eindruck von der Stadt nicht so gut.
Wie immer erkundeten wir den Ort zu Fuss, aber obwohl es erst ungefähr 19.00 Uhr war und noch dazu ein Donnerstagabend, war die Stadt absolut menschenleer. Wir sahen niemanden und wir hörten niemanden und fühlten uns ziemlich allein. So assen wir nur Abendessen im Hostel – Toast, Tomaten und Tunfisch (es war inzwischen ein Running Gag zwischen uns) – und gingen schon bald zu Bett.
Am nächsten Morgen war das Wetter nicht viel besser und nachdem wir im Information Center nachgefragt hatten, was man bei schlechtem Wetter in Napier machen konnten – nicht viel – beschlossen wir weiterzuziehen. Kurz nach Napier, in der Nähe von Hastings machten wir Halt auf dem Te Mata Peak, von diesem Aussichtspunkt hätte man vermutlich eine wirklich gute Aussicht, in unserem Fall war es aber vor allem unglaublich windig und diesig, so dass wir nicht allzu viel sahen. Weiter ging es nach Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu (ja, das ist wirklich ein Name und ja, ich habe das selber getippt). Taumatawhaka…. ist nicht wirklich ein Ort, es ist mehr ein Hügel, der diesen Namen trägt. Was wir allerdings nicht wussten, war, dass sich an dem Ort nichts weiter befand als ein Namenschild. Ein beeindruckend grosses und langes Namenschild zwar, aber im Endeffekt nur ein Namenschild. Kein Café, keine Häuser, kein gar nichts. Javi und ich fuhren ca. 1 Stunde lang über Gravel Roads und enge Strassen, um schliesslich vor einem Namensschild zu stehen. Wir fühlten uns schon ein bisschen vera****. Doch wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen, als wir sahen, dass noch ein anderer Tourist an diesen verlassenen Ort gefunden hatten.
Unsere Unterhaltung lief ungefähr wie folgt ab:
Wir: Hi
Sie: Hi
Wir: Sollen wir ein Foto von euch machen?
Sie: Ja bitte
—
Sie: Sollen wir eines von euch machen?
Wir: Ja bitte!
—
Beide: Okay, bye!
Und wir beide fuhren in verschiedene Richtungen davon. Ich fühlte mich ein bisschen schlecht, weil ich Javi davon überzeugt hatte, dass wir unbedingt an diesen Ort fahren mussten und dort am Ende nicht mal ein Dorf in der Nähe vorfanden… Aber hey, das kann passieren, wenn man so spontan reist und sich nicht wirklich informiert. Aber für alle, die vorhaben dorthin zu gehen, hier ist das Foto von dem Schild. Jetzt müsst ihr nicht mehr zwei Stunden Autofahrt investieren, denn ihr habt nun alles gesehen, das es dort zu sehen gibt.

Nachdem wir wieder auf der Hauptstrasse waren, brauchten wir erst mal eine Pause. Die Mittagszeit war lange vorüber, aber dennoch assen wir unser mitgebrachtes Essen – für einmal nicht Tunfisch auf Toast, sondern Pasta – und nach einem Tee zum Aufwärmen, beratschlagten wir, was wir als nächstes machen wollten. Wir beschlossen jetzt nach Wellington durchzufahren und die letzte Nacht dort zu verbringen. Gesagt getan und 4 Stunden später erreichten wir Wellington, wo wir uns ein Hostel suchten. Nach einer kurzen Verschnaufpause und Abendessen machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir wanderten herum bis unsere Füsse müde waren und genehmigten uns dann noch ein Bier im Irish Pub.
Ich glaube am Samstagmorgen waren wir beide etwas traurig, dass unser gemeinsamer Roadtrip schon vorüber war, denn obwohl ich in Kürze zu meiner neuen Gastfamilie ziehen würde, verbrachten wir die restlichen Stunden gemeinsam. Ich begleitete Javi als er seinen neuseeländischen Führerschein beantragte und er half mir ein Gastgeschenk für die Familie auszuwählen. Anschliessend erkundeten wir gemeinsam die Stadt, nahmen die Zahnradbahn die zum Botanischen Garten führte und tranken noch einen letzten Tee/Kaffee, bevor ich mich beim Hostel von Javier verabschiedete.
Die Woche war wirklich super cool und ich habe den Roadtrip in vollen Zügen genossen. Das Reisen mit Javi hat wirklich Spass gemacht und obwohl wir zwischendurch manchmal Verständigungsprobleme hatten, haben wir uns gut ergänzt und konnten viel zusammen lachen. Während es für mich zu meiner Gastfamilie ging, reiste Javi nach Te Puke zurück um dort die Kiwi Saison auszunutzen. Sein ursprünglicher Plan war, nach einigen Wochen zurück nach Wellington zu kommen und sich hier einen Job zu suchen, doch zur Zeit plant er nach der Kiwi Saison auf die Südinsel weiterzureisen und sich einen Job im Skigebiet zu suchen. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir uns früher oder später wiedersehen werden. 🙂


































Hei, din 1-Wuche-Trip mit dim Kolleg isch ja mega gsi. Guet händer enand so toll verstande. Dini Bricht sind so guet gschiebe, das mer müme wett ufhöre mit läse, au wänns leider dänn mal fertig isch. Dezue no die schön Föteli !!!
Ich wünsche dir wiiterhin ganz e schöne und spannendi Zyt!
Monika
Also landschaftlich hät jo euer Trip scho einiges hergä, liebs Gotteli, amel das, wo du üs mit Föteli übermittlisch!!! Scho toll, wenn mer en (einigermasse glichgsinnte / usser sportlich, hihi) Reisegefährte hät, wo mer alles chan teile, Freud und Leid. Und ebe au emol en Frust, siehe Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu (selber usekopiert!!!!!).
Isch halt scho cheibe intressant, so a dini Reiseerlebnis chöne teilzneh. Witerhin en gueti Zyt wünscht dir vo Herze
dis Gotti