Nach genau 68 Schultagen, 36 Activitys, 14 Open Nights, 3 Test-Montagen und 2 Loud Shirt Days war es am 2. März 2018 dann soweit: Mein letzter Schultag am Coromandel Outdoor Language Centre brach an. Nicht, dass das etwa ein Tag zum Feiern gewesen wäre, nein, ganz im Gegenteil. Schon ein Monat vor meinem letzten Schultag hatte ich jedesmal, wenn mich jemand fragte, wie viele Wochen ich noch am COLC hatte, ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Dieses verstärkte sich in Laufe der Zeit mehr und mehr, und zwei Wochen später, konnte ich es nicht mehr leugnen, ich war traurig. Jedesmal, wenn ich an den Abschied dachte, oder mich meine Freunde darauf ansprachen, hätte ich heulen können – und das ist, wie jeder bestätigen kann, der mich kennt – eine Seltenheit. 🙂

Naja, auf jeden Fall konnte ich die Zeit natürlich nicht aufhalten – so sehr ich mir das auch gewünscht habe – und am Dienstag meiner letzten Woche startete ich dann, meine Rede zu schreiben. Am COLC ist es eine Tradition, dass am letzten Tag, jeder Schüler, nachdem er sein Zertifikat erhalten hat, eine Rede hält. Ich finde das eine sehr schöne Tradition, denn vor allem in einer so kleinen Schule wie dem COLC, wo jeder jeden kennt, ist es toll noch einmal offiziell danke sagen zu können. Die Rede zu schreiben war gar nicht so einfach, das Schwierigste war meine Gefühle wirklich in Worte zu fassen. Einfach „Danke“ zu sagen, schien nicht genug, aber es gab nicht wirklich Worte um zu beschreiben, wie ich mich fühlte. Im Übrigen kann ich das auch jetzt noch nicht so richtig beschreiben und wenn man es nicht selbst erlebt hat, ist es vermutlich schwierig nachzuvollziehen, aber um es einfach zu sagen: der Abschied war sau schwer! 🙂

Der Freitag war jedoch nicht nur ein trauriger Tag, es war nämlich auch gleichzeitig mit meinem letzten Tag am COLC auch ein „Loud Shirt Day“ angesagt. Am Morgen verkleidete ich mich also passend mit meinem Loud Shirt Day Outfit und ging zur Schule. Loud Shirt Days sind immer besonders lustige Tage, da sich jeder vom Schulleiter bis zum 70 Jahre alten japanischen Mitschüler in ein farbenprächtiges, crazy und oft bad-taste mässiges Outfit schmeissen und dann so im Unterricht sitzen. Um 11 Uhr gibts dann die Parade, bei der eine externe Jury die besten Kostüme auswählt und schlussendlich einen Gewinner verkünden. Am Loud Shirt Day sieht man am COLC einfach alles, Männer in Kleidern und Highheels, farbenfrohe Perücken und verrückte Brillen, Hüte und andere Accessoires.

 

Nach der Parade hätten wir eigenlich nochmals Unterricht gehabt, aber irgendwie schafften wir das dann nicht mehr. Alle waren am Fotos machen und einfach die Zeit zusammen geniessen und so war auch niemand böse, dass die Pause mal etwas länger dauerte.

 

Um 11.30 Uhr dann kam die von mir lang gefürchtete Zeit der Speeches, nicht, weil ich Angst hatte die Rede zu halten, aber einfach weil ich nicht gehen wollte. Da ich die Person war, die am längsten da war, würde meine Rede ganz zum Schluss kommen. Als es dann soweit war, freute ich mich riesig, dass Kim meine Abschlussansprache hielt. Die Rede selber ging dann eigentlich auch ganz gut, ich riss mich gut zusammen und war entgegen meiner Befürchtung überhaupt nicht nervös. Nach der Speech gings mir naja, gelinde gesagt, nicht so toll. Trotzdem freute ich mich mit all meinen Freunden Mittagessen zu gehen und im Anschluss gingen wir noch zu Kim und Robyns Haus um ein paar Kauribäume einzupflanzen und umzutopfen.

 

Alles in allem war es ein guter letzter Tag, der, wenn auch nicht ganz tränenfrei, doch grösstenteils toll war und mir immer gut in Erinnerung bleiben wird.

Thank you COLC-family! You will be missed!

Am Freitag war jedoch nur mein letzter Schultag, noch nicht der absolut letzte Tag in Whitianga. Das war nämlich der Sonntag, ich hatte es am Vorabend, vor dem Pub-Besuch, tatsächlich geschafft meinen Rucksack fertig zu packen und so blieb mir am Sonntagmorgen nicht mehr viel übrig, als mich von meiner Gastfamilie und meinem Zimmer im Centennial Drive zu verabschieden. Joan and Ron haben mir aber immer wieder versichert, dass ich jederzeit willkommen sei um wieder mit ihnen zu Wohnen, von dem her werde ich sie sicher nochmals besuchen. 🙂

 

Anschliessend an diesen Abschied, musste ich mich von all meinen Freunden verabschieden. Wir hatten einen kleinen Brunch in einem Restaurant organisiert und es freute mich riesig, dass so viele kamen!

Anschliessend ans Essen, wollte niemand so recht gehen und der entgültige Abschied war noch einmal so richtig schwer! Das Problem ist, dass man bei vielen seiner neuen Freunde nicht weiss, ob und wann man sie je wiedersehen wird. Und auch wenn ich sicher bin, dass ich irgendwann auf Thailand reisen werde, wird das nicht gerade morgen oder übermorgen sein und obwohl wir uns alle erst vergleichsweise kurz kennen, sind die Freundschaften schon unglaublich tief und auf eine Art ganz anders als mit Freunden von zuhause, die man schon seit so langem kennt.

Zum Glück musste ich Whitianga dann nicht ganz alleine verlassen, für mich stand ja eine Woche Roadtrip mit Javi an, und das war wohl meine Rettung, sonst hätte ich es vielleicht nicht über mich gebracht abzureisen.

 

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