Coiffeur Experiment

Irgendwie meint es das Wetter hier in Cambridge gut mit uns. Schon das vierte Mal ist der Himmel beim Aufstehen blau und die Sonne scheint. Nachdem ich zehn Minuten nach meinem Veloschlüssel gesucht habe und dann merkte, dass ich das Velo am Vortag nicht abgeschlossen habe, fuhr ich los in Richtung Schule. Wir erreichten die Schule nach knapp 15 Minuten und waren deshalb noch viel zu früh dran. Es ist lustig, irgendwie hatte ich mir das links fahren viel schwieriger vorgestellt, doch ich hatte fast keine Probleme mich daran zu gewöhnen.

Der Morgen war zäh. Wie immer am Montag waren wir alles andere als motiviert und da konnte auch Jo’s halbherzige Motivations-Versuche nicht viel daran ändern.

Mittagessen wollten wir in einem italienischen Restaurant in der Nähe, doch das stellte sich als weniger gute Idee heraus. Zwar waren die italienischen Gerichte alle sehr gut, doch da es eben ein Restaurant und kein Take-Away war, dauerte es eine Weile bis das Essen serviert wurde. Danach mussten wir uns sehr beeilen mit essen, damit wir wieder rechtzeitig zum Unterricht zurück waren. Als wir dann zwei Minuten zu spät ins Klassenzimmer zurückkehrten, stand da ein fremder Lehrer, der uns erklärte, dass Gary nicht da war. Die Vorahnung, dass zwei langweilige Lektionen folgen würden, bestätigte sich leider nur allzu bald. Dieser Lehrer hatte eine monotone Stimme und war so langsam, dass wir zeitweise das Gefühl hatten, er sei eingeschlafen. Naja irgendwie brachten wir auch den Nachmittags Unterricht hinter uns und verliessen danach schleunigst die Schule. Hoffen wir mal, dass Gary morgen wieder da ist.

Als erstes brachten wir unsere Velos zurück und spazierten danach zurück in die Stadt, wo Céline und ich einen Coiffeur suchen wollten. Nach langem hin und her, hatten wir uns nämlich entschieden, dass wir es doch versuchen wollten, uns hier in Cambridge die Haare schneiden zu lassen. Es stellte sich als gar nicht so einfach heraus in Cambridge einen Coiffeure zu finden. Zwar hatten wir beide das Gefühl, dass wir letzte Woche schon einige gesehen hatten, doch nun, da wir spezifisch nach einem suchten, blieben sie alle verschwunden.

Schlussendlich fanden wir dann doch noch einen, der anpries, dass bei ihm alles nur 9.90 Pfund kostete. Zwar war ich etwas skeptisch, ob die ihr Handwerk verstünden, doch liess ich mich von Céline überzeugen. Und was soll ich sagen. Ich glaube das war der kürzeste Coiffeur Besuch, den ich je erleben werde. Als wir herein kamen, wurden wir sofort begrüsst und gefragt ob wir waschen und schneiden wollten.

Nach dem waschen, schnipselte eine Coiffeuse ganze 7 Minuten lang an meinen Haaren herum, bevor sie mich mit nassen Haaren entliess und ein Mann an der Kasse 9.90 Pfund kassierte. Kaum war mein Stuhl frei, setze sich auch schon der nächste Student auf meinen Platz. Das nenne ich mal Massenabfertigung. Und das Ergebnis? Naja. Es ist wirklich nicht schlecht geworden, aber viel mehr als Spitzenschneiden, hat die Coiffeuse auch nicht gemacht.

Bei Céline hat das Spitzenschneiden etwas länger gedauert und für 3 Pfund mehr wurden ihr die Haare auch noch geföhnt. Ich bin jedenfalls froh, dass meine Coiffeuse in der Schweiz etwas freundlicher ist und dort nicht ein Student nach dem anderen abgefertigt wird. Ich glaube sonst würde ich mir meine Haare in Zukunft selber schneiden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert