Erst vor einigen Wochen bin ich von meinem Interrail-Reisli nach Hause gekommen und schon stecke ich wieder bis zum Hals in der Planung meines neuen Abenteuers. Das Projekt soll in ca. einem Jahr starten, doch bis es wirklich losgehen kann, muss noch viel erledigt werden.
Nun, wie sieht der Plan aus? Ich werde voraussichtlich im Oktober oder November 2017 für ein Jahr ins Ausland gehen. Und zwar nach… Neuseeland! Aotearoa, wie die Maori sagen und was so viel bedeutet wie „Land der langen weissen Wolke“ liegt auf der Südhalbkugel der Erde und ist rund 18‘500 Kilometer von der Schweiz entfernt. Oder besser gesagt, Neuseeland liegt am anderen Ende der Welt. Vielleicht stellt ihr euch nun die Frage, wieso ich ausgerechnet so weit weg möchte, wo es hier in der Schweiz doch auch so schön ist…
Die Gründe dafür sind einfach und trotzdem ausschlaggebend
- Ich möchte mein Englisch verbessern – Ein längerer Sprachaufenthalt ist dabei eine der besten Möglichkeiten
- Ich möchte ein neues Land erkunden und deren Kultur kennenlernen.
- Ich möchte weit weg von zu Hause neue Freunde finden und mir ein zweites Leben aufbauen.
Soweit zu meinen Gründen, die mich dazu bewogen haben überhaupt ins Ausland zu wollen. Und wieso gerade Neuseeland? Schon seit ich als Teenager das erste Mal Herr der Ringe gesehen und herausgefunden habe, dass diese fantastische Natur, die man darin sieht, wirklich existiert, war für mich klar: Da muss ich hin! Seither wuchs das Fernweh nach dem Land, das ich nur aus Filmen und von Fotos kannte stetig und immer wenn das Thema Neuseeland aufkam, wünschte ich mir nichts sehnlicher als endlich dorthin zu fliegen und das alles mit eigenen Augen zu sehen.
Ich schloss die Oberstufe 2012 ab und begann eine Lehre als Mediamatikerin. Die Lehre gefiel mir gut und das erste Jahr verging im Flug. Es war Anfang des zweiten Lehrjahres, als ich das erste Mal bewusst von dem Projekt Auslandsjahr hörte. Zwar wusste ich, dass diese Möglichkeit bestand (ein anderer Lernender aus meiner Klasse hatte vor der Lehre ein Jahr lang eine Highschool in den USA besucht) aber ich hatte noch nie richtiges Interesse daran. Nun jedoch änderte sich das. Viele meiner ehemaligen Bez-Klassenkollegen waren an der Kanti und einige von ihnen machten im zweiten Kanti-Jahr ebenfalls ein Auslandsjahr und gingen ein Jahr lang in einem fremden Land zur Schule.
So kam es, dass ich mich das erste Mal richtig mit dem Thema auseinandersetzte und in mir der Wunsch reifte auch so etwas zu machen. Anfangs waren das eher ungenaue Ideen, wie es sein musste für eine längere Zeit weg zu gehen, doch von Anfang an faszinierte mich die Idee für ein volles Jahr in einem fremden Land zu leben, neue Leute und eine neue Kultur kennenzulernen und dort eine zweite Heimat zu finden. Anfängliche Gedanken die Lehre zu schmeissen und sofort loszufliegen waren jedoch schnell wieder verworfen, denn erstens war so ein Auslandsjahr sehr teuer und zweitens war es einfach nur unvernünftig die Lehre abzubrechen, nur weil man gerne ins Ausland gehen wollte.
Ich vertröstete mich deshalb auf nach der Lehre und nahm mir fest vor gleich nach der Lehre zu starten. Das Reiseziel stand dabei eigentlich nie wirklich zur Debatte. Für mich war von Anfang an klar, dass ich nach Neuseeland gehen möchte. Zwar waren auch Kanada und Australien auch verlockend, aber eigentlich nie wirklich eine Alternative. Zu lange schon träumte ich von dem Land am anderen Ende der Welt.
Die nächsten zwei Jahre verging mein Wunsch danach ins Ausland zu gehen, entgegen der Hoffnung meiner Eltern, nicht etwa, sondern wurde eher noch stärker. Und mit jedem Sommer der kam und ging und jedem weiteren Bekannten, der oder die sich für ein Jahr verabschiedete, wollte ich es noch mehr. Ich informierte mich fleissig über verschiedene Organisationen und Anbieter, die Sprach- und Highschool-Aufenthalte vermitteln und verglich die verschiedenen Angebote miteinander. Dabei wurde mir vor allem eines sehr schnell klar, so ein Auslandsjahr war extrem teuer und direkt nach der Lehre in dieses Abenteuer zu starten, daraus würde wohl eher nichts werden.
Am Anfang wollte ich eigentlich immer eine Highschool besuchen, doch da ich dann wenn ich losfliegen könnte schon 22 Jahre alt sein würde, war das dann doch eher keine Option mehr. Highschoolprogramme hatten nämlich meistens eine Altersgrenze von 20. Deshalb begann ich mich nach Alternativen umzusehen und entdeckte im 2015 eine kleine Sprachschule in Neuseeland, die mich schlichtweg von den Socken haute. Es schien mir, als sei dies genau die Schule, nach der ich gesucht hatte. Klein, familiär und direkt am Meer. Und so entstand ein Plan, den ich bis jetzt mehr oder weniger so umsetzen möchte.
Ich werde wenn mein Plan aufgeht zuerst 16 Wochen in der oben genannten Schule in Coromandel verbringen, und anschliessend für ein halbes Jahr an einem Demi Pair Programm in Auckland oder vorzugsweise in Wellington teilnehmen. Danach bleiben noch zwei Monate übrig um das Jahr zu komplettieren, in denen ich reisen möchte um Neuseeland weiter zu erkunden.
Eine kleine Änderung musste ich noch vornehmen. Ursprünglich war mein Plan nämlich ein halbes Jahr als Au Pair zu arbeiten, dies ist jedoch aufgrund der Visabestimmungen in Neuseeland nicht möglich für Schweizer. Deshalb habe ich mich dann dazu entschieden Demi Pair zu machen. Der Unterschied hierbei ist, dass man als Demi Pair nicht „nur“ auf die Kids der Hostfamily aufpasst, sondern immer am Morgen einen Sprachkurs besucht und den Nachmittag mit den Kindern verbringt.
Ja, soweit der Plan. Ich habe inzwischen meine Lehre erfolgreich beendet und nun wie gesagt mit der detaillierteren Planung meines Auslandjahres begonnen. Ich habe diverse Offerten bei verschiedenen Organisationen eingeholt und mich genauer über die Visabestimmungen etc. informiert. Darauf möchte ich dann jedoch in einem weiteren Blogbeitrag noch genauer eingehen.
