Die Sache mit den Bussen

Auch heute Morgen sah es stark nach Regen aus, als ich mich auf den Weg zur Schule machte. Deshalb beschloss ich kurzerhand die Regenjacke mitzunehmen. Vergeblich wie sich im Lauf des Tages zeigen sollte.

Heute fuhr ich das erste Mal mit dem Bus zur Schule und ich kann nur sagen, es ist keines Falls besser als mit dem Auto. Im Gegenteil. Die meisten Busse in Cambridge sind Doppelstöcker und da die Strassen in dieser Stadt alle recht eng sind, sieht es schon gefährlich aus, wenn von beiden Seiten gleichzeitig ein Bus kommt. Als sei das noch nicht genug, haben die Engländer (oder zumindest die Leute in Cambridge) keine Ahnung wie man anständig Auto fährt. So kommt es vor, dass auf einem Kreisverkehr mit drei Spuren und Lichtsignalen nicht nur die Autos, sondern auch Busse, Velofahrer und Taxis kreuz und quer durcheinander stehen. Oder, dass ein Bus einen an einer Haltestelle stehenden anderen Bus überholt und währenddessen selbst von einem dritten Bus überholt wird. Ich denke dies macht deutlich, wie chaotisch der Verkehr in Cambridge ist. Dies ist auch der Grund, wieso wir uns nach einigem hin und her dagegen entschieden haben Velos zu mieten. Denn wenn man sich die seltsamen Verkehrsregeln in Cambridge nicht gewohnt ist, hat man wohl keine Chance irgendwann ans Ziel zu kommen.

Nach schlappen 50 Minuten Fahrt erreichten wir schliesslich die Schule und schafften es gerade noch rechtzeitig in unsere Klassen. Der Morgen verlief mehr oder weniger ereignislos. Jo gab sich Mühe den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten, doch nach einer Weile wurde Past Perfect und Past Continious eben doch langweilig.

Das Mittagessen nahmen wir in der Schulkantine ein, was sich als schlechte Idee herausstellte. Der Lammburger, den ich bestellte, bestand aus zwei unaufgebackenen Brothälften und einem Stück Lammfleisch. Dazu gab es „Pommes“ die mehr wie Kartoffelschnitze aussahen und sehr trocken waren. Bald verliessen wir die Kantine wieder und vertrieben uns die Zeit bis zum Nachmittagsunterricht draussen.

Am Nachmittag hatten wir wieder Gary und erneut war es sehr lustig mit ihm. Gary sagt uns immer: „If you speak German, I’m gonna to punish you! You have to dance to original Swiss-Music!“ Wirklich tanzen musste noch nie jemand, doch lustig ist es trotzdem. Ausserdem fragt er uns immer, was wir am Vortag nach der Schule gemacht hätten und was wir ihm gekauft haben und jedes Mal wenn die Antwort „Nichts“ ist, ist er ausserordentlich enttäuscht. Ich glaube irgendwann muss ich ihm etwas mitbringen.

Nach der Schule fuhren wir ins Grafton Shopping Center und machten den Primarkt unsicher. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, denn wir mussten alle zum Abendessen zu Hause sein, doch wir beschlossen am Freitag zurückzukehren und das Shopping Center und die angrenzende Fussgängerzone auszukundschaften.

Irgendwann am Nachmittag war die Wolkendecke aufgerissen und die Sonne war hervorgekommen, so konnten wir auf dem Nachhauseweg die Sonne geniessen. Nicht weit von unserer Schule befindet sich ein Leisure Center, in welchem es auch ein Kino gibt. Spontan beschlossen wir, nach dem Abendessen den Film Maze Runner 2 schauen zu gehen.

Als ich nach Hause kam, war erst Darcy zu Hause. Ich sagte ihr, dass ich später noch einmal weg wollte und sie sagte, dass wir uns dann eine Pizza machen könnten, da der Rest der Familie erst später nach Hause käme. Nachdem die Pizza im Ofen war, kam dann doch noch Leon nach Hause und so teilten wir uns die Pizza zu dritt. Kurz nachdem wir fertig waren mit Essen, kam Ciara nach Hause und hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich nur so wenig Pizza erhalten habe. Sofort begann sie für mich zu kochen, obwohl ich ihr mehrmals versicherte, dass das nicht nötig sei.

Während sie dann doch noch Ravioli gekocht hat, haben wir uns lange über alles Mögliche unterhalten. Sie erzählte mir von anderen Gastleuten, die sie schon gehabt haben und von ihren Erfahrungen. Dann fragte sie mich, ob ich heute noch weggehen würde und ich erzählte ihr von unserem Kinoplan. Nach dem Essen schickte sie mich aus der Küche und rief stattdessen Leon und Darcy zu sich. Kurze Zeit später sollte ich wieder in die Küche kommen und da stand auf dem Tisch ein Kuchen mit Kerzchen und die drei haben für mich gesungen.

Ich fand das total süss von ihnen, dass sie meinen Geburtstag vom Sonntag nachfeiern wollten und so hatten wir auch noch ein feines Dessert. Nun war es an mir ein schlechtes Gewissen zu haben, denn kurz nachdem Larry und John heimgekommen waren, musste ich auch schon wieder gehen, damit ich den Bus nicht verpasste.

Der Film war sehr spannend, doch auch ein bisschen unheimlich, denn es kamen darin eine Art Zombies vor, die uns allen nicht so geheuer war. Da wir von der Bushaltestelle aus alle in verschiedene Richtungen laufen mussten, waren wir alle froh, als wir wieder zu Hause waren.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert